00:00:00: Es waren da versammelte Quantenphsyiker, die mega-schlau waren.
00:00:04: Aber dann habe ich gesagt, sagt mal: Wer ist eigentlich euer Kunde?
00:00:12: Diese Frage hat alle total überrascht.
00:00:15: Und natürlich folgt das Kapital da, wo die Umsätze zu erwarten sind.
00:00:21: Und es braucht ein bisschen auch kaufmännische Logik.
00:00:31: Ich kann das nicht aus dem Lehrbuch lernen.
00:00:35: Ich kann nicht lernen, so mache ich ein Startup, und dann mache ich so ein Startup.
00:00:38: Das heißt, im Unternehmertum muss ich Vorbilder haben, muss sehen, Mensch, wenn die Frau oder
00:00:44: der Kerl das schafft, dann schaffe ich das vielleicht auch.
00:00:47: Und diesen Spirit zu generieren, ist super wichtig.
00:00:57: Ein Innovations-Ökosystem funktioniert wie eine Multiplikationsrechnung.
00:01:03: Man kann alle Zutaten haben, exzellente Wissenschaftler, Kliniken, Universitäten, Fraunhofer-Institute.
00:01:09: Aber wenn die Unternehmer oder das Venture Capital fehlen, dann ist das Ergebnis am Ende null.
00:01:24: Innovations-Ökosysteme sind ein Garant für wirtschaftlichen Erfolg und hervorragende Innovation.
00:01:30: Das Silicon Valley in Kalifornien lebt es uns seit Jahrzehnten vor.
00:01:35: Auch in Deutschland gibt es selbstverständlich solche Ökosysteme, wie rund um die TU München zum Beispiel.
00:01:42: Außerdem fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, neuerdings zehn sogenannte
00:01:48: Start-Up-Factories für mehr Hightech-Ausgründungen made in Germany.
00:01:59: Doch wie entsteht ein wirklich exzellentes Gründungs- und Innovations-Ökosystem?
00:02:06: Kann man es tatsächlich bauen?
00:02:08: Darum geht es in dieser Folge.
00:02:12: Wir sprechen darüber mit internationalen Insidern und erfahren, was in der Gründerszene in den
00:02:19: USA und in Israel gut funktioniert.
00:02:22: Wir hören, was deutsche Unipreneure hierzulande gestalten.
00:02:27: Dabei tauchen wir auch in die Welt des Wagniskapitals ein.
00:02:30: Und last but not least lernen wir eine Art Werkzeugkasten kennen, mit dessen Hilfe Akteure regionale Innovations-Ökosysteme skalieren können.
00:02:41: Und damit herzlich willkommen beim Podcast des Stifterverbandes Think & Do.
00:02:46: Mein Name ist Corina Niebuhr und ich darf euch durch diese Folge begleiten.
00:02:50: Wir freuen uns, dass ihr dabei seid. Please listen carefully.
00:03:01: Zunächst wollen wir die aktuelle Situation betrachten.
00:03:05: Wo steht Deutschland aktuell mit Blick auf Innovationen?
00:03:09: Hören wir hierzu Thomas Jarzombek.
00:03:12: Er ist seit Mai 2025 parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung.
00:03:22: Bei dem Thema Disruption und Start-up, da ist immer noch unser Blindspot.
00:03:26: Also da sehen wir ein absolutes Defizit verglichen zu USA und China.
00:03:30: Das sagte Thomas Jarzombek auf dem Podium des Gipfels für Forschung und Innovation 2025.
00:03:37: Dieser Gipfel fand mit Unterstützung des Stifterverbandes am 7.
00:03:41: November in Berlin statt, im Rahmen des Falling Wall Science Summits.
00:03:46: Thomas Jatzombek gab dort auf der Bühne folgende Einschätzung.
00:03:51: Wenn ich jetzt tatsächlich in die Disruption gehen will, dann ist das Start-up wahrscheinlich die einzige Möglichkeit.
00:03:57: Denn ich sehe das bei uns in der Bundesregierung, ich sehe das in großen Unternehmen, da ist super viel Politik.
00:04:02: Und wenn einer kommt, lass uns mal unser bisheriges Produkt infrage stellen, mal was ganz anderes machen.
00:04:07: Dann kommen sehr schnell sehr viele kluge Leute mit langen Listen von Gründen, warum man es nicht tun sollte.
00:04:12: Keiner will sich am Ende halt auch irgendwie selber aus dem Markt bugsieren.
00:04:16: Und wir sehen es ja auch bei den US-Playern.
00:04:18: Ich meine Instagram, WhatsApp, YouTube, das ist alles zugekauft.
00:04:22: Selbst Google und Meta sind nicht in der Lage, die Innovation im eigenen Unternehmen so zu treiben.
00:04:29: Thomas Jarzombek verwies auf exzellente Forschung.
00:04:32: Die muss selbstverständlich vorhanden sein.
00:04:35: Natürlich kann kein Start-up einen Roboter bauen, ohne die ganzen Technologien, die auch in
00:04:39: Fraunhofer und Helmholtz und anderen Gebäuden gebaut worden sind. Das muss sich ergänzen.
00:04:45: Hier sprach der Staatssekretär auf dem Podium eine Schwachstelle an.
00:04:49: Deutschland verfügt zwar über alle Voraussetzungen für eine innovationsstarke Gesellschaft.
00:04:55: Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, müssen aber die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung
00:05:01: zu Schlüsseltechnologien in die Anwendung kommen.
00:05:05: Und dieser Transfer klappt in Deutschland bekanntermaßen noch nicht optimal.
00:05:11: Michael Kaschke gibt uns hierzu seine Einschätzung.
00:05:15: Er ist der Präsident des Stifterverbandes.
00:05:19: Wir haben immer noch ein hervorragendes Forschungssystem in Deutschland, sehr ausdifferenziert,
00:05:25: viele hervorragende weltweit auch führende Institute, generell eine gute Hochschullandschaft.
00:05:30: Aber ich glaube, wir müssen uns schon ganz ernsthaft die Frage stellen, kommt aus der Substanz
00:05:36: der guten Systeme genügend heraus?
00:05:39: Bringen wir die Leistungen, die Deutschland als Nation braucht, Europa als Region, um weltweit
00:05:45: im Wettbewerb bestehen zu können?
00:05:47: Und diese Frage, glaube ich, der müssen wir etwas intensiver nachgehen.
00:05:52: Ich glaube, es kommt jetzt wirklich darauf an in Deutschland, dass wir aus der guten Substanz,
00:05:57: die wir in Forschung, Wissenschaft haben und auch Hochschullehrer, dass wir dort mehr Potenzial erheben, wirklich erheben.
00:06:16: Gründungsökosysteme können den Transfer enorm stärken.
00:06:20: Doch kann man solche Systeme tatsächlich bauen? Wir fragen Matthias Hilpert.
00:06:25: Er ist Investor, Entrepreneur und Mitgründer der Initiative Unipreneurs.
00:06:32: Gründungssysteme kann man bauen. Es wurde auch schon ein paar Mal gemacht.
00:06:37: Aber es muss natürlicherweise auch geplant sein in dem Maße, dass man wirklich die verschiedenen Players zusammenbringt.
00:06:45: Gründer, Professoren, Investoren, Corporates, Companies in dem Bereich.
00:06:53: Insofern das Zusammenbauen, das Zusammenspiel der einzelnen Akteure ist sehr, sehr wichtig.
00:06:58: Und natürlich auch die Individuen, die aus den verschiedenen Bereichen zusammenkommen.
00:07:04: Aber das kann man bauen.
00:07:06: Und werden wir auch bauen.
00:07:19: Exzellente Gründungsökosysteme entstehen aus Sicht des Stifterverbandes dort, wo Hochschulen,
00:07:25: Startups, Investoren und Unternehmen eng zusammenwirken.
00:07:28: Und die Initiative Unipreneurs zeigt bereits, welche entscheidende Rolle engagierte Professorinnen und Professoren dabei spielen.
00:07:37: Der Stifterverband ist Partner von Unipreneurs.
00:07:40: Diese Initiative zeichnet speziell Hochschulprofessorinnen und Professoren aus, die neben Forschung
00:07:47: und Lehre einen Schwerpunkt auf Unternehmertum und Transfer legen.
00:07:53: Tessa Flatten hat diese begehrte Auszeichnung bekommen.
00:07:56: Sie leitet an der TU Dortmund das Institut für Technologie, Innovation und Entrepreneurship.
00:08:03: Und sie hat schon viele Menschen dazu inspiriert, selbst ein Start-up zu gründen.
00:08:09: Dabei gibt die Professorin auch Erfahrungen aus dem Ausland weiter.
00:08:15: Ich finde die internationale Perspektive unglaublich wichtig, weil ich es schön finde, wie das
00:08:20: Mindset in anderen Ländern ist.
00:08:21: Und ich glaube, da kann man sich ganz viel abschauen.
00:08:24: Und man kann auch nochmal anfangen, wirklich aktiver zu werden in Deutschland und sich mehr zu trauen.
00:08:31: Während des zweiten Jahrestreffens der Initiative Unipreneurs im September 2025 in Dortmund
00:08:40: gaben Insider Einblicke in internationale Innovationsökosysteme. So auch Benjamin Soffer.
00:08:48: Er ist Venture Builder und Gründer aus Tel Aviv.
00:08:52: Venture Builder geben nicht nur Wagniskapital.
00:08:55: Sie unterstützen Start-ups darüber hinaus mit Know-how, Kontakten in die Branche und helfen
00:09:01: zum Beispiel bei der Strategieentwicklung.
00:09:04: Benjamin Soffer beschreibt, was die israelische Gründerszene ausmacht.
00:09:12: Israel lässt sich in dieser Hinsicht am besten mit einer Flotte von wendigen Schnellbooten vergleichen.
00:09:18: Wir Israelis agieren extrem dynamisch.
00:09:21: Sobald wir eine neue Chance wittern, ganz egal ob im Bereich Mobilität oder in der Klimatechnologie,
00:09:28: dann ergreifen wir sie sofort.
00:09:30: Europa hingegen gleicht eher einer Flotte von massiven Flugzeugträgern.
00:09:34: Man muss einfach extrem agil sein und sich dorthin bewegen, wo die Innovationen entstehen.
00:09:39: Regierungen auf der ganzen Welt entscheiden oft viel zu langsam, auch in Israel.
00:09:44: Wenn man aber die Entrepreneure stärkt, dann werden sie sich von selbst dorthin bewegen, wo das größte Potenzial liegt.
00:09:52: Tessa Flatten hat sich intensiv mit dem israelischen Innovationsökosystem rund um die Tel Aviv
00:09:59: University beschäftigt und nimmt folgende Learnings mit.
00:10:05: In Israel finde ich sehr beeindruckend, wie sehr die einfach schnell lernen.
00:10:10: Also die machen schnell Fehler und lernen aus diesen Fehlern sehr schnell.
00:10:13: Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen.
00:10:15: Die sind einfach unfassbar resilient.
00:10:16: Es ist also sehr viel Mindset, was das israelische Ökosystem auszeichnet.
00:10:21: Und dann hat aber auch die israelische Regierung noch ein sehr gutes Venture-Capital-Programm
00:10:27: aufgesetzt, was dann zusammen mit diesem Mindset natürlich ein unfassbares Momentum entfaltet hat.
00:10:34: Zu diesem Venture-Capital-Programm erzählt uns Benjamin Soffer folgendes.
00:10:43: Israel ist in diesem Geschäft bereits seit 30 Jahren aktiv.
00:10:46: Damals startete die Regierung ein Programm namens Yozma.
00:10:51: Das Ziel war, man wollte eine lebendige VC-Gemeinschaft aufbauen.
00:10:56: Damals gab es dort absolut gar nichts.
00:10:59: Während dieser Prozess in den USA schon vor 50 Jahren begann, mussten wir bei Null anfangen.
00:11:05: Es ging darum, Menschen und Kapital zusammenzubringen, um in hochriskante Unternehmen zu investieren,
00:11:11: die noch keinerlei Einnahmen erzielen.
00:11:13: Und solche Firmen werden auch in absehbarer Zukunft kein Geld verdienen.
00:11:18: Die Regierung sagte, für jeden Dollar, den ihr privat investiert, legen wir einen Dollar obendrauf.
00:11:23: Damit wurden vor 30 Jahren die erst fünf VC-Gesellschaften gegründet.
00:11:33: Das Förderprogramm der israelischen Regierung unterstützte die Gründerszene und wirkte wie ein Katalysator.
00:11:41: Dieser Punkt sei wichtig, wenn man ein Innovations-Ökosystem aufbauen möchte.
00:11:47: So jedenfalls beschreibt es Benjamin Soffa.
00:11:52: Der Ansatz der israelischen Regierung war immer von unten nach oben.
00:11:57: In Russland hat man das vor etwa 15 Jahren mit dem Programm Rasnano genau umgekehrt versucht, also top-down.
00:12:04: Der Staat sagte, wir glauben an Nanotechnologie und pumpen jetzt unendliche Summen in diesen Sektor.
00:12:09: Aber es hat nicht funktioniert, weil Innovation in einem freien Markt entstehen muss.
00:12:15: Man muss den Unternehmern die Freiheit lassen, selbst zu entscheiden, wohin die Reise geht.
00:12:24: Benjamin Soffa sieht Europa und Deutschland im Zugzwang.
00:12:28: Sie sollten mehr Kraft in Innovations- und Gründungsökosysteme investieren.
00:12:32: Außerdem fallen den Universitäten eine wichtige Rolle zu, die sie nicht ignorieren dürften.
00:12:41: Wir befinden uns heute in einer Aufholjagd und stehen in direktem Wettbewerb mit den Chinesen,
00:12:48: die extrem effizient und hungrig auf Erfolg sind.
00:12:52: China ist in der Lage, gewaltige Ressourcen, Macht und Kapital in diese Bemühungen zu investieren,
00:12:58: und genau das tun sie auch.
00:12:59: Damit Europa und speziell Deutschland in diesem Umfeld bestehen können, müssen wir einen viel
00:13:05: stärkeren Fokus auf Innovation legen.
00:13:06: Wir müssen Programme direkt an den Universitäten schaffen, denn die Hochschulen müssen sich dringend neu erfinden.
00:13:14: Es ist lächerlich, unsere Universitäten lehren seit tausend Jahren auf exakt dieselbe Weise.
00:13:20: Da gibt es einen Dozenten, der vor einer Gruppe von Studenten spricht.
00:13:24: Das reicht heute nicht mehr aus.
00:13:27: Eine Universität muss ein Ort sein, an dem aktiv Innovationen entstehen.
00:13:32: Hochschulen, die es nicht schaffen, ihren Studenten dabei zu helfen, ihre eigenen Jobs und Unternehmen
00:13:37: zu kreieren, werden schlicht an Relevanz verlieren.
00:13:40: Universitäten spielen eine entscheidende Rolle.
00:13:43: Sie müssen Innovationsprogramme fest verankern, Inkubatoren aufbauen und sogar eigene Venture-Capital-Fonds
00:13:50: gründen, um direkt in die Gründungsideen ihrer eigenen Studierenden zu investieren.
00:13:58: Das sieht die Professorin Tessa Flatten aus Dortmund ähnlich.
00:14:04: Die Rolle von Universitäten in den Ökosystemen ist auch eine ganz zentrale, weil die Universitäten
00:14:09: tatsächlich auch als Epizentrum für Entrepreneurship agieren können.
00:14:14: Wir sind die Institutionen, die ganz viel Grundlagenforschung hervorbringen.
00:14:18: Und das muss dann natürlich übersetzt werden in ökonomischen Impact, also in Unternehmen, die
00:14:25: dann tatsächlich für die Gesellschaft Arbeitsplätze, aber auch Wirtschaftswachstum generieren.
00:14:31: Wir möchten noch hören, wie Benjamin Soffer die Start-up-Szene in Europa und Deutschland einschätzt.
00:14:38: Und welche Tipps er uns mit auf den Weg geben kann.
00:14:43: Wenn Sie mich fragen, ist einer der wichtigsten Faktoren überhaupt die Kultur. Dieses Gefühl von Dringlichkeit.
00:14:51: In Europa haben brillante Studierende heute eine sehr bequeme Wahl.
00:14:56: Sie können einfach für Siemens, BMW oder Mercedes arbeiten.
00:15:01: Diese Konzerne wirken aber oft wie ein dichter, alter Wald.
00:15:05: Sie sind so groß, dass sie dem Boden darunter das gesamte Sonnenlicht nehmen und kaum etwas Neues wachsen lassen.
00:15:13: Israel ist ein junges Land, wir hatten diese festgefahrenen Strukturen nicht.
00:15:18: Das hat den nötigen Freiraum für Start-ups geschaffen, weil das System nicht von den großen Playern dominiert wurde.
00:15:25: Das ändert die gesamte Perspektive.
00:15:29: In Israel ist es fast schon das geringere Risiko, Unternehmer zu werden, weil so viel Kapital und Unterstützung verfügbar sind.
00:15:39: In Europa hingegen wird das Gründen oft noch als extrem riskant wahrgenommen, weshalb die meisten
00:15:44: lieber in die Sicherheit der Großkonzerne flüchten.
00:15:48: Wir können Strukturen in Städten und Unis bauen, aber entscheidend ist die Kultur.
00:15:55: Wir müssen das Risiko umarmen, Erfolge von Gründern feiern und dürfen niemanden bestrafen, nur
00:16:01: weil er einmal gescheitert ist.
00:16:04: In der Wissenschaft geht man in Deutschland oft große Risiken ein, aber sobald es um das Finanzkapital
00:16:10: geht, seid ihr immer noch extrem konservativ.
00:16:24: Wir werden das Thema Wagniskapital in dieser Folge noch aufgreifen, doch zunächst möchten wir
00:16:31: beim Vergleich mit internationalen Innovationsökosystemen bleiben.
00:16:35: Wir blicken in die USA.
00:16:38: Was können sich deutsche Hochschulen und Universitäten dort abschauen?
00:16:42: Die Unipreneurin und Professorin Tessa Flatten aus Dortmund findet folgendes inspirierend.
00:16:49: Stanford hat es einfach unfassbar gut hinbekommen, dass egal welchen Fachbereich ich als Student
00:16:55: studieren möchte, ich habe immer im Kopf, dass ich auch ein Geschäft darum gründen kann.
00:16:59: Also, dass ich entrepreneurial bin.
00:17:01: Die haben faktisch dieses entrepreneurial schon als DNA in den Studierenden, die sie rekrutieren.
00:17:07: Dann kommt das in Kombination mit den schon erfolgreichen Gründern, die Stanford Alumni sind
00:17:12: und den Juniorinnen helfen können dazu.
00:17:15: Ich finde, das ergibt einfach eine wunderschöne Dynamik, die dann auch durch Mentoring und Vorbilder funktioniert.
00:17:20: Und wenn man aus dem Stanford Campus rausfährt und man fährt die University Avenue runter, sieht
00:17:27: man direkt zehn große Venture-Capital-Firmen, die direkt in der Nähe des Campuses sind.
00:17:32: Das heißt, da können die Studierenden direkt Geld bekommen.
00:17:36: Also es wird einfach machbarer, dieses Unternehmen auch zu gründen.
00:17:40: Und natürlich gibt es da auch viel mehr Erfolgsstories und Netzwerk.
00:17:44: Sprich den doch mal an, der hat damals dem Geld gegeben.
00:17:47: Und dann kann man sich auf jeden Fall das Mindset abschauen.
00:17:50: Also Unternehmertum ist was sehr Positives.
00:17:53: Es hat einen positiven Impact auf die Gesellschaft und Unternehmer werden einfach als was Wichtiges für die Gesellschaft angesehen.
00:18:01: Und die Studierenden sind einfach noch sehr hungrig und getrieben und wollen auch in diesen
00:18:07: Wettbewerb gehen und wollen auch gewinnen.
00:18:09: Und das halt mit ihrer Unternehmensidee.
00:18:13: Genau diesen Hunger, diesen Gründergeist braucht es auch in Deutschland.
00:18:17: Doch der kommt nicht einfach so.
00:18:19: Hierfür sollten sich Menschen einsetzen.
00:18:21: Die Unipreunere gehen da mit gutem Beispiel voran. So auch Stephan Stubner.
00:18:28: Er ist Lehrstuhlinhaber an der HHL Leipzig Graduate School of Management.
00:18:35: Dort hat der Professor an der Hochschule ein herausragendes Entrepreneurship-Ökosystem maßgeblich mit aufgebaut.
00:18:44: Für mehr Gründergeist an Hochschulen hat Professor Stubner zwei Vorschläge.
00:18:49: Aus meiner Sicht gibt es zwei Themen, die noch besonders ausbaufähig sind und die aber einen großen Impact haben würden.
00:18:56: Das eine ist, noch viel stärker mit Vorbildern zu arbeiten, noch viel stärker Unternehmer reinzubringen,
00:19:01: mit den jungen Menschen zu reden, seien es Studierende, seien es Forscher.
00:19:05: Um zu zeigen, guck mal, es gibt mich, ich bin wahrscheinlich nicht so viel älter und ich habe
00:19:10: es auch gemacht und mir geht es gut.
00:19:12: Einfach um positive Vorbilder zu geben, positive Vorbilder, die dann aber auch Feedback geben,
00:19:17: ins Mentoring gehen, ins Coaching gehen.
00:19:19: Plus, der zweite Punkt ist, wir brauchen aus meiner Sicht mehr Mikrofinanzierung am Anfang.
00:19:25: Die Gründung, die ein paar hundert Euro kostet, die erste Marketingkampagne, der erste Prototyp.
00:19:32: Hierfür Finanzierungsmittel zur Verfügung stellen, da rede ich noch nicht von Venture Capital
00:19:35: Geld, da rede ich noch nicht von Business Angel Geld, sondern so die ersten Schritte zu ermöglichen,
00:19:39: dass man sich das auch mal traut, dass man das auch befördert.
00:19:51: Die 20 aktuell ausgezeichneten Unipreneure haben viele gute Einblicke und Vorschläge.
00:19:57: Sie bringen das Unternehmertum an Hochschulen seit Jahren voran.
00:20:02: So helfen sie auch, starke Netzwerke zwischen Hochschulen, Unternehmen, Investoren, Stiftungen und der Politik aufzubauen.
00:20:11: Denn es geht darum, dass das volle Potenzial der akademischen Forschung in der Wirtschaft und
00:20:16: Gesellschaft ankommt und dort auch wirksam wird.
00:20:23: Ich glaube, dass man den Unipreneur-Preis auch so verstehen kann, dass es eigentlich ein Preis
00:20:29: ist, der Leute auszeichnet, die sich für ein Gründungs-Ökosystem einsetzen.
00:20:33: Also das sind alles keine Einzelkämpfer, sondern das sind alles Teamspieler.
00:20:37: Und genau das ist Entrepreneurship und der Aufbau von so einem Entrepreneurial-Ökosystem.
00:20:41: Das ist ein Teamsport, wo es ganz viele Akteure braucht und wo es halt auch Akteure braucht, die andere miteinander verknüpfen.
00:20:47: Und das ist halt Gesellschaft, Politik, das sind Firmen, das ist aber auch Stadtentwicklung.
00:20:53: Also man muss wirklich Hand in Hand gehen und das Ganze entsteht nicht durch Einzelne, sondern
00:20:59: immer nur durch eine breite Masse an Leuten.
00:21:08: Wohin ein gutes Zusammenspiel führen kann, zeigt das Kendall Square in Cambridge, Massachusetts in den USA.
00:21:18: Das Kendall Square gilt als das weltweit führende Innovations-Ökosystem für Medizin und Pharmazie.
00:21:26: Es befindet sich in Nachbarschaft des berühmten MITs.
00:21:29: Mridul Agrawal kennt das Kendall Square als Mediziner, Gesundheitsökonom und Gründer gut.
00:21:36: Sein Start-Up, luvando Health, ist dort ansässig.
00:21:44: Mridul Agrawal ist gebürtiger Berliner und besuchte, wie Benjamin Soffer, das zweite Jahrestreffen von Unipreneurs.
00:21:51: Dort erzählte der Gründer von den Anfängen des Kendall Square, das sich selbst als the most
00:21:58: innovative square mile on earth bezeichnet.
00:22:02: Das ist ein sehr kleiner, auch physisch kleiner Raum, der auch noch nicht sehr alt ist.
00:22:07: Die Anfänge wurden so in den 60er bis 80er Jahren gelegt.
00:22:10: Alles im Umkreis des MITs, daraus entstanden, dass ein NASA-Forschungsprogramm gestoppt wurde.
00:22:17: Dadurch sind sozusagen Gebäude im Umkreis des MIT entstanden, die einen Leerstand hatten.
00:22:23: Und das MIT hat dann begonnen, einfach diese Räumlichkeiten, die alle in unmittelbarer Nachbarschaft
00:22:28: waren, zu nutzen und Spin-outs dort anzusiedeln.
00:22:32: Und das war damals noch relativ günstig.
00:22:34: Und es hat sich dann nach einer gewissen Zeit die forschende pharmazeutische Industrie dort
00:22:38: angesiedelt, die natürlich auch Zugang zu diesem Know-how haben wollten, aber auch gleichzeitig Jobs angeboten haben.
00:22:47: Sie haben dann Venture Capital in einer gewissen Zeit dort dann auch aufgebaut, was sehr fokussiert
00:22:52: in bestimmte Bereiche investiert, im Bereich der Biotechnologie und Pharmazie.
00:22:57: Also es ist sehr spezialisiertes Kapital, was quasi in dieses Know-how einfließt.
00:23:02: Und sie haben natürlich die Krankenhäuser, weltweit führende Krankenhäuser in der Boston Area
00:23:07: mit den Harvard Teaching Hospitals, die in der Lage sind, sozusagen als Reallabor für die Entdeckungen
00:23:13: zu dienen, die aus diesen Bereichen kommen.
00:23:15: Und das ist sozusagen ein Beispiel für ein Ökosystem, wie es ein Stück weit aus einem anderen
00:23:21: Zweck heraus für etwas angewandt wird, was heute sicherlich die Herzkammer der medizinischen Forschung ausmacht.
00:23:32: Könnte man das Innovationsökosystem Kendall Square so nicht auch anderswo aufbauen?
00:23:38: Ich glaube nicht, dass man das so kopieren kann.
00:23:40: Ich bin ohnehin nicht so der Meinung, dass man Ökosysteme nach einem gewissen Rezept vollkommen intentional bauen kann.
00:23:47: Man kann sie gestalten, aber das muss immer angepasst werden auf die Region, in der das Ökosystem sich befindet.
00:23:53: Es muss eine gewisse Durchlässigkeit herrschen zwischen dem akademischen Sektor und dem privaten Sektor.
00:24:00: Und es gibt ein sehr schönes Buch, was vor zwei, drei Jahren über das Kendall Square erschienen ist.
00:24:04: Da wird ein Prinzip beschrieben, deswegen mache ich es mir nicht zu eigen.
00:24:07: Es ist aber ein Zitat der Human Collision.
00:24:09: Die ermöglichen in einem guten Ökosystem, dass Menschen, die vielleicht so nicht aufeinandertreffen,
00:24:15: miteinander kollidieren und dadurch sehr unkonventionell und neu über Probleme nachdenken und
00:24:22: vielleicht daraus auch was machen, weil sie aus unterschiedlichen Ecken kommen.
00:24:25: Und das ist, glaube ich, sehr befruchtend.
00:24:27: Und dazu braucht es eine physische Nähe auch.
00:24:30: Ich glaube, das ist im Kendall Square damals extrem gut gelungen.
00:24:43: Wer ein exzellentes Innovations-Ökosystem entwickeln und skalieren möchte, sollte strategisch vorgehen.
00:24:51: Doch wie gelingt dieser Prozess in der Praxis mit all den unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren?
00:24:57: Eine wichtige Frage, die der Stifterverband aufgegriffen hat.
00:25:01: Marte Sybil Kessler erklärt uns die Hintergründe.
00:25:05: Sie ist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung des Stifterverbandes und Co-Leiterin der Abteilung Programm und Förderung.
00:25:14: Der Stifterverband glaubt, dass wir besser werden müssen in diesem Bauen und dass wir das bisher
00:25:19: eigentlich noch nicht gut machen.
00:25:20: Wir haben Förderstrukturen, also wenn wir jetzt gucken, was wir auch auf Bundesebene beispielsweise
00:25:26: fördern, da geht es ganz häufig darum, dass wir sagen, wir haben Projekte, die gefördert werden
00:25:30: oder wir unterstützen Patente, Publikationen.
00:25:34: Das sind meistens Einzelaktionen, aber wenn man schaut, wie können wir eigentlich regionale
00:25:39: Ökosysteme analysieren und betrachten und welche unterschiedlichen Komponenten gibt es, die
00:25:45: ein Ökosystem ausmachen, dann kann man sehr strategisch auch vorangehen.
00:25:49: Und gerade diese strategische Orchestrierung braucht es auch, um wirklich langfristige Netzwerke
00:25:55: aufzubauen und dann auch zu schauen, wie können wir Spillover-Effekte generieren.
00:26:02: Für all das reicht die übliche Transferstrategie einer Hochschule nicht mehr aus.
00:26:08: Die Aktivitäten sollten darüber hinausgehen, wie Marte Sybil Kessler erklärt.
00:26:14: Häufig ist es so, im Transferkompass des Stifterverbandes zeigen wir, dass 60 Prozent der Hochschulen
00:26:20: eine Transferstrategie haben und das ist natürlich super, aber da ist immer noch Luft nach oben
00:26:25: und wir müssen eher schauen, dass wir missionsorientiert in der Region wirken.
00:26:31: Also wo wollen wir einen Fokus draufsetzen, sei es beispielsweise KI oder Gesundheit oder Kreislaufwirtschaft
00:26:37: und hier können wir dann ganz gezielt schauen, wie kommen wir da hin, dafür brauchen wir Roadmaps.
00:26:44: Der Stifterverband entwickelte eine Art praxisorientierten Werkzeugkasten, das Stifterverband Innovation Ecosystem Framework.
00:26:54: Es entstand in Zusammenarbeit mit exzellenten Partnern, der Unternehmer TUM in München und deren
00:27:02: Learning and Exchange Center for Innovation and Entrepreneurship Practice.
00:27:09: Marte Sybil Kessler erzählt uns, was der Stifterverband sich davon erhofft.
00:27:15: Durch unser Innovation Ecosystem Framework haben wir ein Tool, wo wir sagen können, das sind
00:27:20: genau die Komponenten, die es braucht.
00:27:23: Die Region hat einen bestimmten Reifegrad, sie hat bestimmte Akteure, die zusammenkommen und
00:27:27: unterschiedliche Komponenten, die wir gezielt anschauen können und wenn wir da besser sind,
00:27:33: das übergeordnete Bild und die Vogelperspektive einzunehmen und strategisch zu orchestrieren,
00:27:39: dann können wir auch wirklich einen Unterschied machen und ich glaube, da ist jetzt auch der richtige Moment für.
00:27:50: Das Orchestrieren und das Skalieren können beginnen.
00:27:54: Ergänzt wird alles durch ein neues Programm auf Bundesebene.
00:27:59: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie möchte die Anzahl und Qualität wissenschaftsbasierter Ausgründungen selbst erheblich steigern.
00:28:07: Dafür startete das Ministerium 2025 den EXIST-Leuchtturmwettbewerb Start-up Factories.
00:28:17: Jetzt werden im Umfeld Gründung starker Hochschulen und Forschungseinrichtungen zehn solcher Start-up Factories aufgebaut.
00:28:25: Oliver Hunke betreut das Programm und erzählt uns mehr.
00:28:29: Er ist beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der Referatsleiter für innovative Gründung.
00:28:37: Wir wollen neue regionale Startup- und Innovationshubs auf den Weg bringen.
00:28:43: Nach dem Vorbild, was es z.B. in München schon gibt, die Unternehmertum, ist ja bekannt als
00:28:48: einer der europaweit führenden Innovationshubs und sowas ähnliches soll auch aufgebaut werden
00:28:54: an zehn verschiedenen Stellen in Deutschland.
00:28:56: Also sehr stark unternehmerisch orientierte Gründungsförderung, hochschulnah und in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft.
00:29:07: Die Start-up Factories sind privatwirtschaftlich und unternehmerisch aufgesetzt. Oliver Hunke erklärt warum.
00:29:15: Sie agieren außerhalb der Hochschulentscheidungsstrukturen, sind dadurch schneller und agiler.
00:29:21: Die Hochschulen sind ja bisher auch schon aktiv im Bereich Gründungsunterstützung.
00:29:24: Die können das aber nur bis zu einem bestimmten Punkt machen.
00:29:27: Im Grunde, die können im Bereich Education unterwegs sein, Qualifizierung, Sensibilisierung, können auch Gründungsberatung machen.
00:29:35: Aber wenn die Unternehmen dann gegründet sind, dann bewegen sich die Hochschulen natürlich im wirtschaftlichen Bereich.
00:29:40: Und da werden dann ihre Möglichkeiten eingeschränkt.
00:29:43: Da können dann die Start-up Factories gut anknüpfen und können praktisch auch die gegründeten
00:29:48: Start-ups aus den Hochschulen raus beim Weg in den Markt rein begleiten, Gespräche mit Investoren,
00:29:55: Anleiern, die frühphasige Finanzierung mit unterstützen.
00:29:58: Das sind also die Möglichkeiten, die die Factories haben.
00:30:03: Laut Bundesministerium haben sich bereits insgesamt 126 Hochschulen und Forschungseinrichtungen
00:30:10: hinter den zehn Start-up Factories versammelt.
00:30:13: Mindestens 144 Finanzierungs- und Kooperationspartner aus der Wirtschaft stellen insgesamt rund
00:30:20: 110 Millionen Euro an privaten Geldern bereit.
00:30:24: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert selbst jedes Start-up Factory mit
00:30:31: bis zu 10 Millionen Euro.
00:30:34: Dieses Geld fließt allerdings nur, wenn eine Voraussetzung erfüllt ist.
00:30:40: Die Factories müssen mindestens 50 Prozent privat finanziert werden und die Resonanz der Privatwirtschaft
00:30:48: wäre ja auch sehr gut.
00:30:49: Wir haben sehr viele Industrieunternehmen, sehr viele Mittelständler, Mäzene, private Stiftungen, die sich engagieren.
00:30:56: Ich glaube, durch diese privaten Akteure, da bekommt die Gründungsarbeit nochmal einen ganz
00:31:01: anderen Impuls, einen ganz anderen Drive.
00:31:11: Es bleibt noch das Themenfeld Wagniskapital.
00:31:15: Wir haben Matthias Hilpert gefragt, wie sich das Venture Capital für die Gründerszene hierzulande entwickelt hat.
00:31:23: Er hat die Initiative Unipreneurs mitgegründet und ist CEO der Investmentfirma MH2 Capital.
00:31:32: Ich würde sagen, da haben wir in den letzten zehn Jahren wahnsinnige Fortschritte gemacht in Deutschland, in Europa.
00:31:37: Es ist wirklich genug Geld in der Frühphase vorhanden.
00:31:43: Es ist mehr der Fall, dass wir dann später, wenn es wirklich große Finanzierungsrunden sind,
00:31:48: 100 Millionen und mehr, dann ist oftmals noch der Fall, dass ausländische Kapitalgeber notwendig sind.
00:31:54: Aber auch da gibt es von der Regierung, aber auch von der privaten Seite her schon Bestrebungen,
00:32:00: sich mehr und mehr auch in Europa noch aufzustellen.
00:32:06: Matthias Hilpert erklärt, wie Gründungsökosysteme und die Vergabe von Wagniskapital zusammenhängen.
00:32:15: Also das Ökosystem an sich ist natürlich die Voraussetzung für so ganz große Finanzierungsrunden,
00:32:22: weil es sich über viele Jahre, wenn nicht sogar Dekaden, die Investorenlandschaft so aufbauen
00:32:27: muss, dass dann auch die Fonds groß genug sind, müssen dann meistens Milliardenfonds sein, nicht
00:32:32: mehr Hunderte von Millionen, um das zu erreichen.
00:32:36: Aber das funktioniert nicht, ohne dass schon ein großes Ökosystem da ist, weil es eben sehr
00:32:42: lange Zeit braucht, auch für die Investoren, immer wieder das Geld zu investieren und dann natürlich
00:32:47: auch ihre Exits zu bekommen, ihren eigenen Investoren diese Gelder auch wieder zurückzuzahlen
00:32:52: und dann erst zu sagen, diese Fonds auch zu raisen, aufzubauen und dann natürlich auch die Möglichkeit
00:32:59: zu haben, 100 Millionen zu investieren und nicht nur eine.
00:33:04: Ich glaube, man kann sagen, dass in Deutschland München und insbesondere Berlin die zwei Hauptsysteme
00:33:10: sind, die heute schon auch über viele Jahre aufgebaut wurden und man kann auch sehen, dass jetzt
00:33:16: das erste Mal Milliardenfonds aus Europa aufgebaut wurden.
00:33:21: Also das ist natürlich jetzt 10, 20 Jahre in der Mache, aber auch in anderen Ökosystemen und
00:33:28: mit anderen Startup-Factories, die gebaut wurden, ist es jetzt eine Möglichkeit aufzubauen.
00:33:33: Es dauert dann 10, 20 Jahre, bis das der Fall ist, aber das ist das Ziel.
00:33:39: Der Investor Matthias Hilpert empfiehlt, dass Gründungsökosysteme ihren Erfolg messen sollten.
00:33:46: Hier gibt es ein Qualitätskriterium, das wichtig werden könnte.
00:33:52: Aus Sicht von Matthias Hilpert wäre diese Kennzahl sehr gut als Key Performance Indicator, also KPI, für Wagniskapitalgeber geeignet.
00:34:04: Den Erfolg zu messen von Ökosystemen ist sehr wichtig, weil dann die Resultate sozusagen zum Vorschein kommen.
00:34:11: Und heute wird ja oft fokussiert auf, wie ist die Uni in der Forschung, wie gibt es Start-ups
00:34:20: aus der Uni, die sich daraus entwickeln.
00:34:23: Und ich glaube, man sollte auch noch mal darauf fokussieren, welche Startups auch welche Finanzierungen
00:34:28: bekommen, weil das ein gewisses Qualitätskriterium auch ist.
00:34:32: Und es ist natürlich wichtig, große Unternehmen zu bauen mit Finanzierung.
00:34:36: Und wenn wir dann wissen, aus welchen Ökosystemen welche Start-ups mit Finanzierungen auch gebaut
00:34:42: werden, ist das meines Erachtens sehr, sehr kurzfristig eines der besten KPIs, die man messen kann.
00:34:49: Also ich denke, wenn man diese Messungen macht, dann hat das natürlich auch einen Impact für
00:34:58: den weiteren Aufbau des Ökosystems.
00:35:00: Und natürlicherweise fließen Investorengelder tendenziell eher zu den erfolgreicheren Ökosystemen.
00:35:06: Insofern ist auch diese Messzahl sehr wichtig.
00:35:10: Wie sich die deutschen und europäischen Gründungsökosysteme entwickeln werden, bleibt abzuwarten.
00:35:16: Matthias Hilpert erwartet unter ihnen einen gesunden Wettbewerb.
00:35:22: Der Wettbewerb zwischen den Ökosystemen, auch den regionalen Ökosystemen, ist existent.
00:35:27: Und der ist gut auch so, ist ein positiver Wettbewerb, weil man sich natürlich auch jeweils
00:35:32: abschauen kann, was macht das eine Ökosystem besonders gut, was kann man selbst noch verbessern.
00:35:38: Und damit sind alle Ökosysteme auf dem Weg nach oben sozusagen.
00:35:42: Also es ist ein sehr, sehr guter Wettbewerb und er ist auch gewollt.
00:35:45: Genauso wie der Wettbewerb zwischen den Investoren, genauso wie der Wettbewerb auch zwischen
00:35:49: den Gründern und den Start-ups selbst.
00:35:57: Ich hoffe, euch hat unser Streifzug durch das Thema Innovationsökosysteme und Gründungsökosysteme gefallen.
00:36:04: Wir sind am Ende der Folge angekommen, das heißt noch nicht ganz, denn wir starten im Podcast hier eine kleine Abschlussrubrik.
00:36:14: Die gute Zutat fürs Gelingen.
00:36:16: Wir wollen erfahren, was die Menschen, mit denen wir sprechen, optimistisch stimmt für die Zukunft.
00:36:23: Heute fragen wir den Unipreneur Gerhard Fettweis.
00:36:26: Er ist Professor an der TU Dresden, forscht an innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien
00:36:33: und als Unipräneur hat er selbstverständlich viele Startups mit auf den Weg gebracht.
00:36:41: Also meine Hoffnung ist wirklich in der neuen Generation.
00:36:45: Die neue Generation ist wieder aufmüpfig, die geht auf die Straße.
00:36:50: Ob man das politisch sinnvoll hält oder nicht, das halte ich für zweitrangig, weil ich gehöre
00:36:54: auch zu einer Generation, wir sind auch auf die Straße gegangen und das heißt, sie setzt sich
00:36:58: mit der Politik auseinander, sie setzt sich auseinander mit der Zukunft der Welt, mit der Biodiversität,
00:37:03: was auch immer das Thema ist.
00:37:05: Ich als 20-jährige, 30-jährige Frau oder Mann, der ich dann bin, will selber wieder aktiv werden
00:37:15: und ich brauche eh nichts machen, weil es passiert nichts und ich sehe das an meinen Studierenden,
00:37:22: ich sehe das an den Promovierenden und wenn ich mit Kolleginnen und Kollegen deutschlandweit
00:37:27: rede, da brauche ich nicht nur nach Dresden gucken, sondern wirklich deutschlandweit, zum Teil
00:37:30: sogar weltweit, entdecken die dasselbe, dass die neue Generation aufwacht, die Zukunft in die
00:37:36: Hand nehmen will und tatsächlich sich interessiert für Themen, die dann tatsächlich auch zukunftsweisend sind.
00:37:42: Deshalb meine große Hoffnung ist wirklich, dass die Generation, die bald oder aktuell anfängt,
00:37:49: in den Arbeitsmarkt zu gehen und bald da reingeht, dass die Deutschland nochmal richtig nach vorne bringen kann.
00:37:59: Da kann man Gerhard Fettweis nur zustimmen.
00:38:02: Das war es für heute, vielen Dank fürs Zuhören und wie immer gilt, wichtige Links zu den im
00:38:07: Podcast genannten Projekten und Programmen und auch speziell zu den Programmen und Papieren
00:38:13: des Stifterverbandes findet ihr in den Shownotes zu dieser Folge.
00:38:18: So auch zum Stifterverband Innovation Ecosystem Framework.
00:38:22: Wir würden uns freuen, wenn ihr das nächste Mal wieder dabei seid, wenn es heißt Think & Do.
00:38:54: Bis zum nächsten Mal.
00:39:36: Untertitel der Amara.org-Community
00:39:43: Untertitel der Amara.org-Community